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  • Die Sportmedizin im Distanzsport

    Der Distanzsport hat sich weiter entwickelt und zumindest international gewandelt. Die Zeiten, mit denen man mittlerweile reiten muß, um international "dabei" zu sein, erfordern ein hohes Maß an Kenntnissen und Erfahrung über gezieltes Training und Taktik.Nur optimal vorbereitete Distanzpferde und Distanzreiter können dem heutigen internationalen Standard genügen.

    Diese Entwicklung erfordert eine große Erfahrung und Wissen der Reiter und Trainer. Sie sind in der Lage, ihr Pferd bestmöglich gezielt trainieren, bei gleichzeitig möglichst minimaler Belastung des Pferdes.

    Gleichzeitig steigt in diesem Hochleistungssport die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Sportmedizin. Ähnlich wie im Humansport ist die sportmedizinische Betreuung ein stetig wichtig werdender Begleitfaktor für den dauerhaften Erfolg.

    Beginnend mit der medizinischen Untersuchung und Beratung bei der Auswahl geeigneter Distanzpferde sind fundiertes tierärztliches Wissen in Verbindung mit spezifischer Distanzerfahrung von Vorteil. Der Tierarzt im Distanzsport sollte einerseits praktisch erfahren in Untersuchung und Behandlung von Pferden sein, andererseits genügend Insidererfahrung im Distanzsport besitzen, um Antworten auf die speziellen Fragen und Probleme im Zusammenhang mit Distanzpferden in Training und Wettkampf besitzen.

    Das Aufgabengebiet der Sportmedizin im Zusammenhang mit dem Distanzreiten umfasst zum einen das wichtige Gebiet der Orthopädie. Untersuchung und Behandlung orthopädischer Probleme sind nur mit einer entsprechenden praktischen Erfahrung optimal möglich. Noch wichtiger ist jedoch die Beratung und gezielte distanzsportspezifische Vorbeugung. Neben tiermedizinischen Kenntnisse erfordert dieses fundierte Kenntnisse des Sportes und die Bereitschaft zu guter Zusammenarbeit mit Hufschmieden und auch Sattlern und weiteren speziellen Experten.

    Die Metabolik spielt beim Distanzpferd eine weitaus größere Rolle als in allen anderen Reitsportdisziplinen. Distanzpferde müssen ihre Leistung über eine große Streckenlänge und lange Belastungsdauer erbringen. Nur absolut gesunde und bestens vorbereitete Pferde sind dazu dauerhaft in der Lage, vor allem wenn diese Belastung in einer möglichst hohen Geschwindigkeit erbracht werden soll, ohne die Pferde dabei zu überbelasten.
    Blutuntersuchungen sind dazu ein wichtiges Hilfsmittel, allerdings sind dazu spezielle Kenntnisse über die Veränderung der Blutwerte im Zusammenhang mit der Belastung unbedingt notwendig, um ein vorliegendes Blutbild nicht fehl zu interpretieren. Für die Interpretation ist ausserdem eine klinische Untersuchung mit einem geschulten Blick auf das Distanzpferd unerläßlich.

    Leistungstests helfen dem Distanztierarzt, Hinweise über den Trainingserfolg zu gewinnen, und wie im Hochleistungs-Humansport eine hohe Effektivität der nächstfolgenden Trainingsperiode zu erhalten. Selbstverständlich muß hierbei ein Meinungsaustausch mit Reiter und Trainer der Pferde erfolgen, um deren Beobachtungen und Eindrücke mit den medizinischen Befunden zu vergleichen.

    Vor allem Kadertierärzte und Betreungstierärzte benötigen diese fundierten Kenntnisse, da sie meistens nur wenige und relativ kurze Beobachtungsmöglichkeiten haben, um die Pferde ihres Verantwortungsbereiches gut genug kennenlernen zu können. Dieses ist jedoch Voraussetzung für eine optimale und professionelle Betreung der Auswahlpferde.


    Video: Zwerchfellflattern


    Zwerchfellflattern
    (diaphragmatic flatter):
    - Zucken der Pferde in den Flancken durch Kontraktion des Zwerchfells synchron zum Herzschlag
    - schlagender Klang beim Abhören
    - oft als Folge von Ermüdung und Erschöpfung
    - zusammenhängend mit einer Störung des Elektrolyt-Haushalts